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PRESSENACHBERICHT
KULTUR / KUNSTMARKT
AUKTION ALTE KUNST

Ein sehr erfreuliches Ergebnis für die Auktionen des Wochenendes. Bis auf Vanvitelli konnten alle hochpreisigen Bilder abgesetzt werden. Auffallend war die Dominanz ausländischer Sammler und Händler. Wenn russische Maler oder russische Themen offeriert wurden, überstiegen die Preise die entsprechenden Resultate der letzten Jahre bei weitem. Exzellent gingen auch die Skulpturen, wobei für ein Relief von Ignaz Elhafen ein Rekordpreis erreicht wurde.

Das Highlight der Auktion, das Triptychon eines Genter Meisters des ausgehenden 15. Jh., stieg mit 415.000, die ein kanadischer Sammler bewilligte, deutlich über die Taxe von 200/300.000. Flankiert von der Versuchung Evas und dem Propheten Gideon bildete eine Mariä Verkündigung den Mittelteil der sehr qualitätsvollen Arbeit (Lot 1052). Anthony van Dycks Bildnis eines Mannes in dunklem Gewand stammte aus den in England verbrachten letzten Lebensjahren des Künstlers. Das eindrucksvolle Beispiel für das Genie eines der größten Porträtmalers ging nun für 354.000 in den deutschen Handel (Lot 1043, 300/400.000). Lucas Cranach d.Ä. und d.J. vereinten stille Expressivität und stumme Klage in einer Beweinung Christi, die für 134.000 abgesetzt wurde. (Lot 1033, 120/140.000). Jacob Grimmers weite Landschaft mit Ernteszene wurde bei 54.000 abgegeben (Lot 1057, 50/70.000). Bei 28.000 wurde Venus und Adonis mit Amor von Peter Wtewaels übernommen (Lot 1171, 25/30.000). Gesucht war das Bildnis eines Knaben mit seinem Hund eines vlämischen Meisters der Mitte des 17. Jh., das von 4.000 bis auf 20.000 kletterte (Lot 1162). Ein weiterer vlämischer Meister um 1600 war mit einem Stilleben erfolgreich, das 17.000 erreichte (Lot 1161, 10/12.000). Auf 30.000 war ein Triptychon eines Antwerpener Meisters um 1500 geschätzt, das bei 32.000 abgesetzt wurde (Lot 1001)

Sehr erfreulich war der starke Auftritt der Skulpturen, die immer wieder weit über ihre Taxen kamen. Strahlend war der Erfolg für ein großartiges Relief mit dem Raub der Sabinerinnen des Düsseldorfers Ignaz Elhafen. Um die ca. 1704 entstandene Arbeit rangen nationale und internationale Telephone und trieben die auf 38.000 geschätzte 12,5 x 19 cm große Pretiose bis auf 129.000: Rekordpreis für den Künstler (Lot 1202, ein weiterer Privatsammler aus Kanada). Eine Beweinung Christi von Arnt van Tricht war bis 93.000 sehr umworben (Lot 1193, 40/45.000). Ein reizvoller Herkules Farnese des italienischen
18. Jh. konnte mit 30.500 die Taxe von 10.500 weit hinter sich lassen (Lot 1210). Noch gewaltiger war der Sprung für eine schwäbische Madonna mit Kind des späten 15. Jh. Heftig begehrt, kam sie von 19.000 bis auf 61.000 (Lot 1185). Von 14.000 auf 25.500 sprang eine bayerische Figur der Wurzel Jesse von 1497 (Lot 1185).

Große Erfolge auch bei den Meistern des 19. Jh.: Um russische Maler und Themen wurde langanhaltend gerungen. 15 nationale und internationale Telephone lieferten sich eine regelrechte Bieterschlacht um das mit 4.000 taxierte Venedig-Bild von Konstantin Gorbatoff. Das Gefecht wurde allerdings durch einen Telephonbieter verkürzt, der sehr bald mit 30.000 einstieg. Ergebnis für die Architekturvedute: 56.000 (Lot 1521). Eine Gouache des Künstlers mit Petersburg-Vedute wurde von 2.000 auf 16.500 getrieben (Lot 1415). Auch zwei Kaukasuslandschaften von Paul von Franken erlebten einen kometengleichen Anstieg, als sie von 8.000 bis auf 38.000 stiegen (Lot 1518). Aus dem Umkreis von Karl Pawlowitsch Brjuloff kam eine süditalienische Landschaft, die von 3.000 bis auf 13.500 sprang (Lot 1485).

Katapultartiger Anstieg auch für eine Turiner Vedute von Antonio de Pian, die von zehn Telephonen umkämpft war. Auf 12.000 geschätzt, ging den Bietern erst bei 56.000 der Atem aus (Lot 1581). Eine charakteristische Mittelgebirgslandschaft von Marinus Koekkoek stieg von 20.000 bis auf 35.000 (Lot 1540). Carl Jungheims Caprifischer verführten in den Süden und sprangen von 15.000 auf 27.000 (Lot 1533). Auch zwei Seestücke von George Willem Oppenhoff gefielen und konnten erst bei 22.000 übernommen werden (Lot 1576, 12.000). Erfreulich war der Anstieg für Heinrich Hartungs Eifellandschaft mit Kapelle. Sie erreichte, von 3.000 kommend, spielend 13.000 (Lot 1525). Das anrührende Bild zweier mit Kaninchen spielender Kinder von Felix Schlesinger vermochte nicht so ganz zu erwärmen und ging für 24.500 (Lot 1601, 25.000).

Bei den Altmeister-Zeichnungen überzeugte ein Deutscher Meister des 15. Jh. mit einer Beweinung Christi, um die zwei Bieter bis 17.500 rangen (Lot 1233, 12.000). Januarius Zick kam mit einer Flucht nach Ägypten auf 6.000 (Lot 1391, 6.000).


Edgar Abs
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Köln, 22. Mai 2004

Autor:Edgar Abs  Datum: 23.05.2004    top